Annemarie Rose Oldenburg
Das Märchen "Die Elfe Rosenrot" habe ich geschrieben, um Kindern die Wechselwirkung näher zu bringen, die auf einen zukommt, wenn man seine Aufgabe nicht erfüllt.
Ich danke den Elfen für Ihre Erlaubnis, diese Geschichte so zu erzählen.
Denn wenn ein Wesenhafter seinen Posten verlässt, darf er nicht mehr zurück!
So wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen und Hören.
Die Elfe Rosenrot
ein Märchen von
Annemarie Rose Oldenburg
Es war einmal ein See, der ein wenig versteckt lag, umgeben von bunt blühenden Wiesen. Viele Seerosen in vielen Farben blühten auf ihm.
Denn Rosen, sollen, egal welche Art, mit ihrer Schönheit und mit ihrem Duft, den HERRN lobpreisen, als Symbol der Liebe auf Erden.
Viele kleine Elfen pflegen die Rosen und behüten sie, so daß die Rosen in Schönheit erstrahlen können.
Eine Seerose auf dem See war noch ganz jung, jedoch streckte sie sich schon mit ihrer zart rosafarbenen Blüte dem Himmel zu. Eine junge Elfe, ihr Name war Rosenrot, hatte die Aufgabe, diese Seerose zu fördern und zu behüten.
Rosenrots Körper war ganz zierlich mit kleinen durchscheinenden Flügelchen.
Ihr Kleidchen war rosafarben. Daher ihr Name Rosenrot. In dem kleinen Gesichtchen leuchteten die Augen vor Lebenslust und auch ein wenig schelmenhaft. Eine kleine Stupsnase unterstrich dies noch. Und Ihr wißt ja, Elfen haben kleine spitz zulaufende Öhrchen.
Rosenrot saß auf den Blättern der Seerose und tippte mit ihren kleinen Füßchen mal auf das Seerosenblatt und mal auf das Wasser, und zwar so heftig, daß es nur so aufspritzte. Hell lachte sie dann, doch die anderen Elfen sahen strafend zu ihr hinüber.
Langweilig war es Rosenrot.
„Da sitze ich nun hier und langweile mich. Dabei geschieht bestimmt viel aufregendes und interessantes da draußen in der Welt. Wenn ich doch mal weg käme von hier. Diese Seerose kommt bestimmt auch ohne mich klar,“ so dachte sie.
Tief in ihrem Inneren meldete sich jedoch das schlechte Gewissen der Elfe. Doch darüber ging Rosenrot hinweg.
Ein Schmetterling kam daher geflogen: „Na, Rosenrot, langweilst du dich?“
„Oh ja, Schmetterling. Erzähl doch mal, was gibt es da draußen in der Welt?“ antwortete die Elfe.
„Wunderschöne Blumen, ganz anderer Art, eine schöner als die andere, viele Bäume, vor allen Dingen kann man so schön miteinander spielen. Wir Schmetterlinge hopsen und tanzen zu dem Konzert der Vögel,“ schwärmte der Schmetterling.
„Ach, das möchte ich auch so gerne,“ seufzte Rosenrot.
„Ja, dann gehe doch in die Welt hinaus, du kannst ja jemanden bitten auf deine Seerose aufzupassen,“ entgegnete Schmetterling
„Ja, du hast recht.“
Und schon rief Rosenrot: „Kröte, ach du liebe Kröte, komm und bringe mich über den See zum Ufer.“
„Bist du sicher, Rosenrot?“ antwortete die Kröte
„Ja, dann sieht mich keiner, die anderen sollen es ja gar nicht merken, daß ich weg bin. Ich komme ja schnell wieder. Die Rose wird es schon eine Weile ohne mich aushalten.“
Gesagt, getan, Rosenrot stieg auf den Rücken der Kröte, die sie über den See brachte.
Da stand Rosenrot auch schon am Ufer.
„Und nun?“, dachte sie, „ach, ich gehe einfach mal hier in den Wald hinein.
„Oh, ist das dunkel hier.
Da kam ein Waldzwerg des Weges daher. Er stutzte als er Rosenrot sah.
„Was machst du denn hier, kleine Elfe?“ fragte er.
„Ich suche Abenteuer,“ antwortete Rosenrot.
„Du gehörst nicht hier her. Wilde Tiere gibt es hier, die könnten dich fressen,“ so der Waldzwerg
„Meinst du?“ fragte Rosenrot schon etwas ängstlich.
„Schau, da kommt schon ein Hund gelaufen, schnell, versteck dich.“ war die Antwort vom Waldzwerg.
Schnell, mit einem Satz, sprang Rosenrot in das nächste Gebüsch.
Nach einer Weile, die ihr endlos vorkam, war der Hund weg.
Da schaute ein Baumelf zu ihr hinunter.
„Baumelf, ist es lustig bei dir?“, fragte die Elfe.
Denn der Baumelf wohnte im Baum und behütete ihn.
„Na ja, lustig? Schön ist es, wenn die Vögel singen oder die Wesenhaften des Windes durch die Blätter wehen. Dann haben wir ein Konzert. Aber sage mal, hast du gar keine Aufgabe?“ sprach der Baumelf
„Ach, das ist mir zu langweilig“, war die Antwort.
„So gehst du einfach weg? Strafe wird dir kommen. Denke an meine Worte!“ streng erwiderte es der Baumelf.
„Ja, ja, das sagen alle“, etwas flapsig die Antwort Rosenrots.
Die kleine Elfe ging weiter bis zu einer Lichtung. Schmetterlinge spielten gar lustig in der Luft. Da Rosenrot Flügel hat, flog sie zu ihnen und wollte mitspielen. Nach einer Weile fiel es den Schmetterlingen auf, daß die Elfe gar kein Schmetterling ist.
„Du gehörst nicht zu uns, wir wollen nicht mit dir spielen.“ riefen sie.
Rosenrot flog also weiter. Da begann es leicht zu regnen. Sie legte sich unter einen Baum und wurde soo müde. Nach kurzer Zeit war sie eingeschlafen. Die Zeit verging, wie lange, kann sie nicht sagen, als sie wach wurde, dämmerte es schon leicht.
So begab sie sich wieder auf den Heimweg, denn der Hunger quälte sie sehr. Rosenrot freute sich schon auf ihre Seerose: „bestimmt hat sie mich vermißt und wird sich freuen, wenn ich wieder zurück bin“, so dachte sie.
So kam Rosenrot fröhlich wieder an den See. Doch, oh Schreck, wo war ihre Rose? Wie sah die Seerose denn aus, als sie sie endlich entdeckte. Ganz vertrocknet und krank, ja sehr krank war die Rose.
Da kamen auch schon die anderen Elfen schimpfend daher. Sie riefen
„Sieh zu, das du weg kommst, dich wollen wir hier nicht mehr haben.“
Der Oberelf kam und sprach: „Rosenrot, du hast schwer gefehlt. Deine Aufgabe ist nun die Pflege der Sumpfdotterblume. Diese lebt im Sumpf. Dorthin gehe und suche sie.
Rosenrot verstand die Welt nicht mehr, was hatte sie denn so schlimmes getan?
Wütend machte sie sich auf den Weg zum Sumpf. Es war nicht weit bis dorthin, so erreichte sie das Sumpfgebiet nach kurzer Zeit.
„Huch, hier versinken ja meine Füßchen“, erschreckt rief es Rosenrot. Eklig war es hier, immer versank man im Morast.
„ Ja, da mußt du schon aufpassen“, riefen die Wesenhaften des Sumpfes.
Mißmutig kam Rosenrot doch endlich bei der Sumpfdotterblume an.
So begann Rosenrot zwar noch ungern, doch sorgte sie von nun an für die Sumpfdotterblume. Jeden Abend mußte sie ihre kleinen Flügel und Füßchen vom Schlamm reinigen.
Immer wieder meldete sich das schlechte Gewissen bei Rosenrot: „Du hast es nicht anders verdient, eine Elfe, die ihre Aufgabe im Stich läßt.“
Doch Rosenrot konnte ihr Unrecht noch nicht einsehen.
Sie dachte oft: „Ich hätte ja noch für die Rose gesorgt, die anderen haben schuld, das ich jetzt hier bin.“
So verging eine lange Zeit Tage, Monate, Jahre, bis Rosenrot eines Tages endlich sagte:
„Ja, ich sehe es nun ein, ich habe falsch gehandelt, wegen mir ist die Rose krank geworden. Ach, könnte ich es doch wieder gut machen.“
Da kam von oben ein Lichtstrahl und ein heller Wesenhafter kam hernieder und sprach zu Rosenrot:
„Rosenrot, du hast nun gelernt, das man seine Aufgabe nicht einfach im Stich lassen kann, denn was man einem anderen antut, das trifft auf einen selbst zurück. Da du bereust, und deinen Fehler einsiehst, wird dir vergeben und du darfst nun wieder zu deiner Seerose zurück. Sie wartet schon auf dich.“
Vor lauter Freude machte Rosenrot ein paar Luftsprünge.
Bevor sie sich jedoch auf den Weg machte, sorgte sie für Ersatz, der die Sumpfdotterblume fortan versorgte. Dann machte sie sich, nachdem sie sich gründlich vom Schlamm gereinigt hatte, auf den Weg zur Seerose.
Hui, da ging es in die Lüfte. Wesenhafte der Luft kamen und trugen die kleine Elfe ein Stückchen des Weges.
Dann lief sie mit ihren kleinen Füßchen an einen Bach vorbei.
Neriede, die Meerjungfrau, die sich gerade in dem Bach aufhielt und aus dem
Wasser schaute, rief: „Nanu, wer bist denn du?“
„Ich bin Rosenrot und so glücklich, denn ich darf wieder zu meiner Seerose.“
„Warst du denn unartig, hast du Unrecht getan?“ fragte Neriede.
„Oh ja, aber ich habe nun gelernt“, antwortete Rosenrot.
„Ja, ja, denke immer daran, wir Wesenhaften dienen und geben,“ so Neriede.
„Ja, Neriede, das werde ich nun nicht mehr vergessen,“ so Rosenrot und weiter ging es im Flug.
Ungefähr zur gleichen Zeit wuchs auf dem See aus der alten Wurzel der Seerose eine neue Knospe mit wunderschönen grünen Blättern. Jeder, der sie pflegen wollte, wurde weg gestoßen. Denn die Knospe wollte nur Rosenrot.
So waren alle Elfen froh, daß Rosenrot wieder zurück kam und diese Seerose pflegte und hütete.
Und alle staunten, denn die Knospe wurde zur allerschönsten Seerose auf dem See.
Rosenrot aber, unterwies von da an die jungen Elfen, wie wichtig ihre Aufgabe ist, die Seerosen zu hegen und zu pflegen, um dem HERRN eine Freude zu sein.
Vielleicht kommt ihr Menschen einmal an dem See mit den Seerosen vorbei
und wenn ihr dann ganz stille seid, könnt ihr vielleicht Rosenrot hören und
es kann sein, das die Worte, die sie sagt, auch Euch helfen können.
Als Ausgleich bitte ich um einen kleinen Betrag auf mein Konto Nr. DE46430601290460886500, BIC: GENODEM1BOC, zu überweisen.
Vielen Dank für Ihre Wertschätzung
Freundliche Grüße
Annemarie Rose Oldenburg
